© Matej Meza / Universität Bremen
„Du musst selbst auf Menschen zugehen“
Muhammad Ahmed erzählt, wie er in Bremen fachlich Fuß fasste, Gemeinschaft fand und heute andere internationale Studierende unterstützt
Muhammad Ahmed kommt aus Sialkot in Pakistan. Er studierte für seinen Bachelor in Elektrotechnik in der zweitgrößten Stadt Pakistans, in Lahore. Für seinen Masterstudiengang „Control, Microsystems, Microelectronics“ zog er nach Bremen und fand hier nicht nur ein spannendes Studienprogramm, sondern auch ein starkes Netzwerk. Im Interview erzählt er von Herausforderungen beim Ankommen, Begegnungen, die ihn geprägt haben, und warum er anderen internationalen Studierenden rät, sich aktiv einzubringen.
Muhammad, warum hast du dich für ein Masterstudium in Bremen entschieden?
Nach meinem Bachelor bin ich zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate gegangen und habe mich dort mit meinem Onkel beraten. Er hat mir wegen der Ausbildungsqualität empfohlen, entweder in die USA oder nach Deutschland zu gehen. Ich habe mich für Deutschland entschieden, weil es bezahlbarer ist und ich mich besser auf das Studium konzentrieren kann. Die Uni Bremen hat genau den Studiengang angeboten, den ich gesucht habe: Mikroelektronik.
Was war dein erster Eindruck, als du in Bremen angekommen bist?
Ganz ehrlich: die Luft! In Lahore ist die Luftverschmutzung ein echtes Problem. Als ich in Bremen ankam, war die Luft frisch, das war mein allererster Eindruck. Und dann die Ruhe, die Ordnung sowie die ganz andere Atmosphäre. Das hat mich beeindruckt.
Hast du dich schnell willkommen gefühlt?
Anfangs war es schwierig. Ich hatte niemanden hier, fühlte mich allein. Aber dann bin ich zu Veranstaltungen von „kompass“ und „Enjoy Bremen“ gegangen, denn beide machen Angebote für internationale Studierende. Dort habe ich Leute kennengelernt, konnte reden, lachen und einfach ich selbst sein. Das hat viel verändert. Ich habe gelernt, dass man selbst auf Menschen zugehen muss, dann ergibt sich viel.
Wie erlebst du das Studium an der Uni Bremen im Vergleich zu Pakistan?
Es ist strukturierter und gleichzeitig offener. Ich habe viele Kommiliton:innen aus Pakistan, mit denen ich mich austauschen kann. Aber auch die Lehrenden sind ansprechbar und hilfsbereit. Wenn man Fragen hat, wird einem wirklich geholfen.
Du engagierst dich hochschulpolitisch. Was machst du genau?
Bis Ende Juni war ich Präsident der pakistanischen Studierendenvertretung in Bremen. Wir haben monatlich Veranstaltungen organisiert: von Cricketspielen über Sprachkurse bis hin zu Iftars im Ramadan und dem gemeinsamen Eid-Fest. Jetzt bin ich Mitglied im Studierendenparlament und bei „AISA“ (Association for International Student Advisers). Dort möchte ich mich weiter für die Belange internationaler Studierender einsetzen.
Wie wichtig war es für dich, außerhalb des Studiums Anschluss zu finden?
Sehr wichtig. Ich habe mir bewusst verschiedene Gruppen für den fachlichen Austausch, für Freizeit und für kulturelle Nähe gesucht. Heute weiß ich genau, zu wem ich mit welchem Thema gehen kann. Das hat eine Weile gedauert, aber jetzt habe ich mein Netzwerk.
Gibt es einen Ort in Bremen, der dir besonders am Herzen liegt?
Ich liebe den Bürgerpark. Er ist einfach ein perfekter Ort, um zur Ruhe zu kommen. Und die Altstadt rund um den Dom finde ich architektonisch wunderschön. Besonders lustig: Ich war mal in einem der angeblich kleinsten Hotels Deutschlands, direkt im Schnoor. Das hat mich total fasziniert.
Was würdest du neuen internationalen Studierenden raten?
Warte nicht darauf, dass jemand auf dich zukommt, du musst selbst aktiv werden. Geh raus, rede mit Menschen, auch wenn dein Deutsch noch nicht perfekt ist. Und ganz wichtig: Lass dich vom Wetter nicht runterziehen, mit der richtigen Kleidung geht alles.
Was macht die Uni Bremen für dich besonders?
Sie hat viel zu bieten, vor allem für internationale Studierende. Ich habe mich immer unterstützt gefühlt, ob bei Events, Beratung oder einfach im Alltag. Wenn ich noch einmal wählen müsste, würde ich wieder nach Bremen kommen.
Sei, wer du bist. Das wird an der Uni Bremen gelebt und gefördert.
Wenn auch Du die Universität Bremen näher kennenlernen möchtest, besuch den Informationstag für Studieninteressierte am 24. Juni 2026. Du kannst auch jederzeit unsere Studienberatung kontaktieren oder Dir online ein Bild der Möglichkeiten an der Uni Bremen machen.