Ein Tag im Leben von Dela

Dela studiert im vierten Semester Politikwissenschaften an der Universität Bremen und nimmt up2date. für einen Tag mit

Lehre & Studium / Campusleben / Studienstart

Dela ist gebürtig Bremer:in, 22 Jahre alt und nichtbinär. Dela entschied sich nach dem Abitur und zwei Gap Years für das Studium in Bremen zu bleiben. So muss Dela nicht zuhause ausziehen und kann weiterhin die angenehme Größe der Stadt genießen. Vor dem Studium war Dela einen Monat lang mit der besten Freundin auf einer Interrail-Reise in sieben verschiedenen Ländern, nahm an einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Uganda teil und machte anschließend ein Praktikum in Togo. Jetzt studiert Dela im vierten Semester Politikwissenschaften und ist Teil der Studienvertretung – dem StugA.

7:00 Uhr

Ich bin heute schon um 7 Uhr ohne Wecker aufgestanden. Aber regulär klingelt mein erster Wecker um 8:30 Uhr. Mein erster Termin heute ist bei meiner Psychotherapeutin. Da die Praxis nur 10 Minuten von mir entfernt ist, kann ich dienstags immer ausschlafen. Für die Therapie ziehe ich mir etwas Gemütliches an: Eine grüne Jogginghose, ein pinker Pulli und Crocs. Ich gehe regelmäßig zur Psychotherapie und kann es nur empfehlen. Es ist für mich so hilfreich. Vor allem, wenn man studiert, gleichzeitig arbeitet und im Haushalt helfen muss. Für mich ist das ein Gamechanger.

10:30 Uhr

Nach der Therapie gehe ich wieder nach Hause zum Entspannen. Ich packe meine Uni-Sachen und gehe um 11:20 Uhr los zum Seminar: „Die (De-)Konstruktion von Geschlecht“. Ich muss mich beeilen, da ich heute zu spät losgegangen bin, um meinen Bus zu kriegen. Das passiert mir sonst nie.

11:55 Uhr

Ich komme normalerweise um etwa 11:55 Uhr beim Seminar- und Forschungsverfügungsgebäude (SFG) an und esse dann meinen Chia-Pudding, den ich am Vortag zubereitet habe. Das Seminar beginnt um 12:15 Uhr wegen der Akademischen Viertelstunde.

Es ist sehr angenehm in einem Seminar zu sitzen, in dem auch ein Blick auf kritische Themen geworfen wird. Dela

12:15 – 14:00 Uhr

Heute geht es im Seminar um das heterosexuelle koloniale Gendersystem. Dafür lesen wir einen Text von María Lugones, eine feministische Philosophin. Die Lehrveranstaltung ist sehr gut besucht. Es ist sehr angenehm in einem Seminar zu sitzen, in dem auch ein Blick auf kritische Themen – zum Beispiel Geschlecht, Race und Machtverhältnisse – geworfen wird. Die Texte bauen aufeinander auf und sind sehr divers. Wir lesen in diesem Seminar beispielsweise viele Texte von Frauen und nicht-binären Menschen, was ich sehr wertvoll finde. Ich vermute, dass dieses Seminar deshalb so beliebt ist.

Das Seminar findet wöchentlich statt und läuft immer nach dem gleichen Schema ab: Wir lesen einen Text, den wir anschließend in Gruppenarbeit analysieren. Eine Person verfasst zu dem wöchentlichen Text ein sogenanntes Response Paper – einen kurzen Essay, in dem sie die zentralen Inhalte des Textes zusammenfasst, kritisch reflektiert und eigene Analyse- und Diskussionspunkte entwickelt. Andere Teilnehmende übernehmen das Protokoll.

Ich werde in dem Seminar 6 Credit Points erwerben. Dafür muss ich jede Woche zu den Texten zwei Fragen aufschreiben, die mir beim Lesen in den Kopf kommen, und diese im Forum auf Stud.IP hochladen. Zusätzlich werde ich in dem Fach eine theoretische Hausarbeit schreiben. Darauf freue ich mich besonders. Ich habe auch schon ganz viele Ideen für mein Hausarbeitsthema.

14:00 – 14:15 Uhr

Zum Seminar gehe ich immer mit einer Freundin. Danach haben wir meistens kaum Zeit, um etwas zu essen, da wir direkt danach eine Vorlesung für Politik und Wirtschaft im GW1 haben, das etwas außerhalb vom Zentralcampus liegt. Daher gehen wir normalerweise nach dem Seminar zum Supermarkt und essen auf dem Weg zur nächsten Vorlesung. Wenn wir den Bus verpassen, gehen wir auch zu Fuß. Ansonsten bereite ich mir am Vortag auch mal Essen vor.

14:15 - 15:45 Uhr

Die Wirtschaftsvorlesung ist heute nicht so gut besucht. Der Professor gibt sich dennoch Mühe, interaktiv mit uns zu arbeiten. Am Anfang der Vorlesung gibt er uns dafür fünf Minuten, um mit unseren Nachbarn zu diskutieren. Während der Vorlesung dürfen wir zusätzlich Fragen stellen, die er dann beantwortet. Dieses Mal gibt er uns auch Vorbereitungsfragen mit, die wir zuhause individuell durcharbeiten können.

Ich mache all meine Notizen auf dem Laptop und arbeite direkt auf den Vorlesungsfolien. Dabei versuche ich viel mitzuschreiben und so gut wie möglich mitzukommen.

16:00 – 18:00 Uhr

Jetzt habe ich meine Pause. Die verbringe ich damit, dass ich mein vorbereitetes Essen in der Cafeteria im GW2 verputze. Da quatsche und entspanne ich noch ein bisschen. Dieses Mal habe ich Klausurvorbereitung gemacht. Ansonsten erledige ich in der Zeit auch gerne etwas für meine Arbeit. Ich arbeite nämlich neun Stunden die Woche bei „Queere Bildung“ in Bremen als Studentische Hilfskraft. Dafür räume ich mir jedes Semester an zwei Wochentagen den Morgen frei, sodass ich bei Workshops an Schulen teilnehmen kann. Darüber hinaus habe ich manchmal freie Stunden in der Uni, die ich dafür nutze, Video-Anrufe als Vorbereitung für die Workshops zu führen. Oder ich mache Büroarbeit, wobei ich Workshopstatistiken eintrage oder mit Leuten Absprachen halte.

18:15 - 19:45Uhr

Jetzt geht die Vorlesung für Politik und Recht los. Mir gefällt das Fach weniger, weil mir der Lernstoff zu trocken ist. Unser Dozent gibt aber sein Bestes. Da das Seminar spät stattfindet, kommen nicht mehr so viele Leute.

19:45 Uhr

Das war für heute die letzte Lehrveranstaltung. Jetzt bin ich auf dem Weg nach Hause. Nach so einem langen Uni-Tag möchte ich am liebsten erstmal runterkommen. Das heißt, ich brauche dann eher Ruhe und Zeit für mich. Dann lese ich etwas oder höre ein Hörbuch. Ansonsten gehe ich nach der Uni am liebsten meinen Hobbies nach: Videospiele spielen, ins Fitnessstudio gehen oder Poledance. Heute steht am Abend jedoch noch ein wichtiges Ereignis an: Ein Freund hat Geburtstag. Dort fahre ich gleich hin, denn mit meinen Freund:innen zu sein, gibt mir auch Energie.

zurück back


Auch interessant…