Northwest Alliance: Gemeinsam global vernetzt

Die internationalen Partnerschaften der Universitäten Oldenburg und Bremen

Forschung / Lehre & Studium

Vom Auslandssemester über das internationale Promovierendennetzwerk bis zum Exzellenzcluster: Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre kooperieren die Universitäten Bremen und Oldenburg mit gemeinsamen internationalen Partnern, in Europa und weltweit. Dazu zählen sowohl enge Partner als auch internationale Netzwerke, die über Jahre gewachsen sind. Vier Beispiele zeigen, wie die Kooperationen konkret aussehen.

Die Rijksuniversität Groningen – strategischer Partner im Nordwesten

Die Kooperation mit der Universität Groningen ist sowohl für die Universität Bremen als auch für die Universität Oldenburg zentral. Dies wurde mit der Gründung der Northwest Alliance deutlich sichtbar, in die die Universität Groningen als strategische Partnerin einbezogen wurde.

Für die Universität Oldenburg ist Groningen eine der ältesten und engsten internationalen Partnerhochschulen. Bereits 1980 wurde die Kooperation vertraglich besiegelt. 2012 gründeten die beiden Universitäten dann mit der „European Medical School Oldenburg-Groningen“ einen gemeinsamen Studiengang in der Humanmedizin – ein europaweit einzigartiges Projekt. 2014 wurde Groningen strategische Partnerhochschule der Universität Oldenburg. Auch in der Umweltforschung und -lehre kooperieren beide Hochschulen eng und bieten beispielsweise den gemeinsamen Masterstudiengang „Water and Coastal Management“ an.

Die Universitäten Bremen, Oldenburg und Groningen sind in der Hanse University Alliance mit sieben weiteren Hochschulen aus Norddeutschland vernetzt. Daneben existieren auch starke bilaterale Verbindungen zwischen Bremen und Groningen: Beide Hochschulen starten ab dem Wintersemester 2026/27 den gemeinsamen Studiengang „Economics of Global Challenges“. Hier verbringen die Studierenden ihr erstes Studienjahr in Bremen, ihr zweites in Groningen. Und im EU-geförderten Netzwerk REACT arbeiten Promovierende aus Bremen, Groningen und weiteren europäischen Hochschulen daran, Computersysteme zu entwickeln, die ähnlich wie das menschliche Gehirn arbeiten und eine Art Selbstbewusstsein besitzen.

Die Mahidol University – Zusammenarbeit in Gesundheitswissenschaften und Informatik

Das Bild zeigt die Prince-Mahidol-Halle auf dem grünen Campus der Mahidol-Universität in Thailand.
Mit ihrem starken Fokus in den Gesundheitswissenschaften kooperiert die Mahidol University sowohl mit der Universität Bremen als auch mit der Universität Oldenburg.
© arwiyada / Adobe Stock

Die Mahidol University, eine der größten öffentlichen Universitäten Thailands, hat einen starken Fokus in den Gesundheitswissenschaften. Dies ermöglicht Kooperationen in Forschung und Lehre sowohl mit Bremen als auch mit OIdenburg.

Bereits seit 2013 kooperieren die Universität Bremen und die Mahidol University in der medizinischen Informatik, mit dem Fokus auf den Austausch von Studierenden und Forschenden und der gemeinsamen Betreuung von Promotionen. Mit dem Mahidol-Bremen Medical Informatics Research Unit (MIRU) entstand 2018 ein gemeinsames Forschungslabor in Thailand, das die Zusammenarbeit im Bereich der medizinischen Informatik bündelte und die gemeinsamen Forschungsaktivitäten stärkte. 2021 wurde Mahidol ein strategischer Partner der Universität Bremen.

Eine zentrale Rolle für die Zusammenarbeit zwischen Bremen und Mahidol spielt Peter Haddawy, Professor für Informatik an der Mahidol University und Honorarprofessor für Medizinische Informatik an der Universität Bremen. Bereits seit 2016 arbeitet er mit Forschenden der Universität Bremen zusammen, unter anderem mit Gabriel Zachmann, Professor am Fachbereich Mathematik und Informatik. Die beiden Forschenden erstellten unter anderem VR-Modelle, mit denen Medizinstudierende lernen und medizinische Eingriffe simulieren können.

Auf dieser Grundlage entstand auch eine Zusammenarbeit zwischen Mahidol und Oldenburg: 2024 initiierten Peter Haddawy und Professorin Anja Bräuer, Direktorin der Abteilung Anatomie am Department Humanmedizin der Universität Oldenburg, ein DAAD-Projekt, das Studierende der beiden Universitäten zusammenbrachte. Seit 2024 ist Anja Bräuer außerdem Adjunct Professor an der Mahidol University.

Die Nelson Mandela University – Exzellenz in der Forschung, Kollaboration in der Lehramtsausbildung

Seit 1998 besteht eine Partnerschaft zwischen der Nelson Mandela University in Gqeberha (Südafrika) und der Universität Oldenburg, inzwischen ist die Nelson Mandela University strategische Partneruniversität von Oldenburg. Die Verbindungen sind sowohl in der Forschung als auch in der Lehre eng. Das zeigen beispielsweise jährliche gemeinsam durchgeführte Workshops zum Verfassen von Förderanträgen für Promovierende und Postdocs sowie eine steigende Zahl gemeinsamer Forschungsanträge, die sowohl bei afrikanischen als auch bei europäischen Förderorganisationen eingereicht wurden.

Auch die Verbindungen zwischen Oldenburg, Bremen, Groningen und der Nelson Mandela University sind stark – etwa im Exzellencluster „Der Ozeanboden“. Forschungseinrichtungen aus Bremen und Oldenburg kooperieren hier mit Forschenden aus aller Welt, darunter auch Professorin Janine Adams von der Nelson Mandela University und Professor Klemens Eriksson von der Universität Groningen.

In der Lehre bringt das Projekt „Lehramt.International“ Studierende und Forschende sowie Lehrende aus Oldenburg, Groningen, der Nelson Mandela University und der NHL Stenden Hogeschool in den Niederlanden zusammen, in virtuellen Lehrveranstaltungen, bei Hospitationen in Schulen und gemeinsamen Workshops in Präsenz. In diesem Rahmen findet auch ein Austausch mit Forschenden aus Bremen statt. Das Vorhaben ermöglicht Studierenden, die ein Lehramt anstreben, durch verschiedene Austauschprogramme internationale Erfahrungen zu sammeln und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben.

Die Universität Toruń – doppelte Abschlüsse und gemeinsame Allianz

Luftaufnahme der Universität in Toruń
Die Universität Toruń gehört wie auch die Universität Bremen zur Hochschulallianz YUFE („Young Universities for the Future of Europe“).
© Nicolaus Copernicus University

Bereits seit über 45 Jahren sind die polnische Nicolaus Copernicus-Universität Toruń und die Universität Oldenburg eng miteinander verbunden. In sieben Fachbereichen existieren Kooperationen, so zum Beispiel ein Studierendenaustausch am Institut für Geschichte. Im Masterstudiengang „Betriebswirtschaftslehre: Management und Recht“ können Studierende nach dem ersten Studienjahr in Oldenburg außerdem ein Semester in Toruń absolvieren und erhalten abschließend von beiden Universitäten eine Masterurkunde.

Bremen und Toruń kooperieren über die europäische Hochschulallianz „Young Universities for the Future of Europe“ (YUFE) miteinander, mit acht weiteren Hochschulen. Die gemeinsamen Aktivitäten sind vielfältig, vom Studierendenaustausch über gemeinsame Sprachkurse, Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende aus Verwaltung, Technik und Wissenschaft bis zu speziellen Austauschprogrammen für Forschende.

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