„Public Health ist für mich mehr als ein Fach, es ist ein Werkzeug für Veränderung“

Peter Ambos über Public Health, Forschung und seinen Weg vom Labor an die Uni Bremen

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Peter Ambos studiert im Master Public Health Gesundheitsversorgung, -ökonomie und -management an der Universität Bremen. Auch seinen Bachelor hat er hier gemacht. Vor dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Laborassistenten, kurz: MTLA. Heute schreibt er an seiner Masterarbeit, arbeitet im Forschungsinstitut SOCIUM und engagiert sich politisch. Im Interview erzählt er, warum Public Health so gut zu seinem Lebensweg passt, was ihm an der Uni Bremen gut gefällt und was sich dennoch ändern sollte.

Peter, du hast nicht direkt nach der Schule studiert, sondern erst eine Ausbildung gemacht. Wie kam es, dass du dich dann doch für ein Studium entschieden hast?

Ich hatte nie die besten Noten, also war die Ausbildung zum MTLA eine gute Option, um das Gesundheitswesen kennenzulernen und für den Schritt in Richtung eines Medizinstudiums. Aber während meiner Zeit im klinischen Alltag wurde mir klar: Arzt sein, das ist nichts für mich. Parallel habe ich angefangen, mich politisch zu interessieren, gerade für Gerechtigkeitsfragen im Gesundheitsbereich. Ich wollte tiefer verstehen, wie Gesundheit in der Gesellschaft funktioniert und so landete ich bei Public Health. Die Uni Bremen war dabei perfekt. Ein spezialisierter Bachelorstudiengang Public Health ist selten und Bremen bietet genau das, ohne Umweg über Verwaltungs- oder Pflegestudiengänge.

Was macht den Studiengang Public Health in Bremen fachlich und atmosphärisch besonders?

Fachlich: Er ist sehr interdisziplinär. Wir lernen alles, von medizinischen Grundlagen über Gesundheitskommunikation, Ethik, Epidemiologie, Management bis hin zur Ökonomie. Das ist kein Nischenwissen, sondern ein Gesamtblick aufs System. Und wir arbeiten mit echten Praxispartner:innen und entwickeln eigene Interventionen, also Studienprojekte mit messbarem Nutzen.

Atmosphärisch: Die Gruppen sind klein, besonders im Master, und die Dozierenden sind nahbar. Ich hatte nie Hemmungen, jemandem zu schreiben oder mal an die Tür zu klopfen.

Du arbeitest neben dem Studium im SOCIUM, einem sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut der Uni Bremen. Wie kam es dazu und was nimmst du mit?

Ein nützlicher Zufall: Während Corona war ich einer der wenigen mit eingeschalteter Kamera. Das hat einen Professor auf mich aufmerksam gemacht und so kam ich zu meinem Job als Studentischer Mitarbeiter. Seitdem habe ich alles Mögliche gemacht: Recherche für Gesetzesvorhaben, Evaluationen für Pflegeprojekte oder die Vorbereitung von Android-Tablets für Feldstudien.

Mir gefällt an dem Job, dass ich ernst genommen werde. Ich bin Teil des Teams, nicht nur Hilfskraft. Und ich verstehe jetzt besser, wie Forschung funktioniert.

Du warst auch hochschulpolitisch aktiv, was hat dich motiviert?

Politik war für mich immer ein Thema. Ich war lange in der SPD, und bis 2023 bei „AStA für Alle“ (AfA) aktiv, unter anderem auch im Studierendenrat. Seit letztem Jahr bin ich in der Partei „Die Linke“. Ich wollte Hochschule mitgestalten, auch wenn das mit der Zeit frustrierender wurde. Trotzdem sage ich immer noch, dass die Hochschulpolitik mir gezeigt hat, wie viel Gestaltungsspielraum man eigentlich hat, wenn man bereit ist, Zeit zu investieren.

Erlebst Du die Atmosphäre auf dem Campus eher anonym oder familiär?

Familiär, eindeutig. Bremen ist kompakt, man begegnet sich oft. Und obwohl ich eher introvertiert bin, hatte ich nie das Gefühl, allein zu sein. Besonders im Fachbereich 11 (Gesundheitswissenschaften) sind die Wege kurz, sowohl fachlich als auch menschlich.

Fühlst du dich an der Uni Bremen gesehen?

Grundsätzlich ja. Als ich mich wegen meiner ADHS-Diagnose zum Nachteilsausgleich beraten lassen wollte, ging das alles unkompliziert, freundlich und lösungsorientiert. Aber ich muss auch sagen, dass die Uni vieles transparenter und zugänglicher machen könnte, etwa zentrale Informationen besser auf der Webseite bündeln. Manchmal findet man erst über Google, was man wissen will.

Du hast auch technische Skills, was bedeutet dir Programmieren als Hobby?

Es ist mein Ausgleich. Ich kann experimentieren und kreativ sein, ganz fernab vom theoretischen Arbeiten. Ich nutze Linux, bastle gerne an Tools und ich belege freiwillig Module in der Informatik, weil ich beruflich an der Schnittstelle von Digitalisierung und Gesundheit tätig sein möchte. Da braucht es Leute, die beide Sprachen sprechen – die der Technik und die des Gesundheitswesens.

Public Health ist ein gesellschaftlich orientiertes Fach. Gibt es Themen, die dir besonders am Herzen liegen?

Zugang zu Gesundheitsversorgung, faire Wohnverhältnisse, Teilhabe für alle: Die soziale Frage ist zentral und sie wird zu oft zu wenig mitgedacht. Ich wünsche mir eine Uni, die soziale Themen nicht nur erforscht, sondern auch lebt, zum Beispiel beim Umgang mit Studienbeiträgen oder Wohnraum für Studierende. Bei beiden genannten Themen gibt es offene Ohren an der Universität, aber es wird auch teilweise wenig agiert und mehr reagiert. Da geht noch mehr!

Was würdest du Studienanfänger:innen mit auf den Weg geben, besonders denen, die keinen geradlinigen Bildungsweg haben?

Lernt Leute frühzeitig kennen. Im Studium, außerhalb des Studiums und in Projekten. Das ist vielleicht nie wieder so einfach wie an der Uni. Und sucht euch gezielt Betreuende nach Interesse und echtem Bezug zum Thema für Abschlussarbeiten, nicht nur nach Namen auf der Liste.

Zum Schluss: Warum sollten Studieninteressierte einen Blick auf die Uni Bremen werfen?

Weil du hier näher dran bist: an anderen Disziplinen, an den Menschen, an der Praxis. Und weil du mehr Flexibilität hast, deinen eigenen Weg zu gehen.

Sei, wer du bist

Das wird an der Uni Bremen gelebt und gefördert. Jederzeit kannst Du gerne unsere Studienberatung kontaktieren oder Dir online ein Bild der Möglichkeiten an der Uni Bremen machen.

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