We Are Connected

Videoreihe präsentiert Personen der Northwest Alliance, die standortübergreifend zusammenarbeiten

Forschung / Weltraum / KI / Meer

Von der Windenergie über die Meeresforschung bis zur Medizin: In der Videoreihe „We Are Connected“ zeigen Forschende aus Bremen und Oldenburg, was entsteht, wenn unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Sie machen sichtbar, wie die Northwest Alliance neue Kooperationen ermöglicht, bestehende Verbindungen stärkt und Menschen über Universitätsgrenzen hinweg zusammenbringt.

Manchmal braucht es den richtigen Impuls. Für die Windenergieforschenden Kerstin Avila Canellas, Professorin für Grundlagen der Turbulenz und komplexer Systeme an der Uni Oldenburg, und Professor Andreas Fischer, Leiter des Bremer Instituts für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft (BIMAQ), kam er durch die Northwest Alliance. „Der Trigger, der die Zusammenarbeit ausgelöst hat, war die NWA“, sagt Avila Canellas. Was zuvor als Möglichkeit im Raum stand, wurde zum gemeinsamen Projekt: „Das war der Moment, wo es passte und wir gesagt haben: ,Jetzt machen wir das‘.“ Nun sollen die Kompetenzen, die in Oldenburg sind, nämlich zur Strömungsphysik, und die ingenieurwissenschaftlichen Kompetenzen, die an der Universität Bremen beheimatet sind, noch enger zusammenwachsen. Fischer: „Wir glauben fest daran, dass sich dadurch in Hinblick auf die Windenergieforschung noch eine Menge Potenzial heben lässt. Da sind noch viele Fragen, die es zu klären gilt.“

Mediävistin Becker: „Alleine wäre mir das gar nicht möglich gewesen“

Wie viel durch die Zusammenarbeit möglich wird, zeigen die mittlerweile zehn Videos der Reihe „We are Connected“. Dr. Britta Bußmann, Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Komponente Mediävistik mit Lehranteil in der Sprachwissenschaft an der Universität Oldenburg, bringt es für ihre Forschung zu weiblichem Widerstand in mittelalterlicher Literatur auf den Punkt: „Dieses Projekt ist so groß, dass man da nur gemeinsam etwas erreichen kann.“ Anja Becker, Professorin für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung bis zum Ausgang des 16. Jahrhunderts an der Universität Bremen, ergänzt: „Alleine wäre mir das gar nicht möglich gewesen, ein ganz neues Forschungsfeld zu erarbeiten, eine neue Idee zu entwickeln und auch zu überlegen, ob das überhaupt tragfähig ist.“

Auch in der Meeresforschung erweitert Kooperation den Blick. Geochemikerin Dr. Florence Schubotz von der Uni Bremen sagt: „Wenn ich mir eine Fragestellung nur mit meiner Expertise anschaue, dann wäre das nur ein eingeschränkter Blick darauf, wie die Prozesse tatsächlich in der Umwelt stattfinden.“ Zusammen mit Geochemiker Dr. Michael Seidel von der Uni Oldenburg versucht sie herauszufinden, welchen Einfluss Erdölsysteme oder hydrothermale Systeme auf den Kohlenstoffkreislauf im Ozean haben. Schubotz: „Ich gucke mir dabei eher die partikuläre, also die Festphase an und er guckt sich das gelöste organische Material an.“

Genau dort liegt eine Stärke der Verbindung: Unterschiedliche Kompetenzen ergänzen sich. Professor David May, Leiter des FIBRE Faserinstituts in Bremen, beschreibt das bei der Entwicklung von Biokunststoffen so: „Wir können wirklich von der Chemie bis ins Produkt kommen. Das würde alleine so nicht funktionieren.“ Durch die Zusammenarbeit mit Dr. Melanie Walther, Leiterin der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Nachwuchsgruppe „EcoPBS“ „schließen wir die Prozesskette.“ May: „Mit den Arbeiten von Melanie sind wir imstande, aus Abfällen Biokunststoffe herzustellen. Bei mir in der Forschungsgruppe können wir dann aus den Kunststoffen Fasern herstellen.“

Neue Möglichkeiten durch Zusammenarbeit von Informatik und klinischer Praxis

In der Medizin wiederum eröffnet die Zusammenarbeit zwischen Informatik und klinischer Praxis neue Möglichkeiten. Der Bremer Informatiker Professor Gabriel Zachmann spricht von einem „ganz anderen Blickwinkel“ und einer daraus entstehenden „sehr fruchtbaren Zusammenarbeit“. Die an der Universität Bremen entwickelten Geräte – etwa eine beamergestützte Gestensteuerung medizinischer Geräte direkt vom OP-Tisch aus – kommen in der Universitätsklinik für Viszeralchirurgie der Universitätsmedizin Oldenburg bei Professor Dirk Weye auf den Prüfstand. Das gemeinsame Ziel: das OP-Personal im Krankenhaus entlasten und für mehr Patientensicherheit sorgen.

Dass solche Kooperationen funktionieren, hat auch eine persönliche Seite. Christof Büskens, Professor für Optimierung und Optimale Steuerung am Zentrum für Industriemathematik an der Uni Bremen, findet für seine Zusammenarbeit mit Professor Sebastian Lehnhoff, Hochschullehrer für Energieinformatik an der Uni Oldenburg, ein einfaches Bild: „Ich glaube, wir beide passen so ähnlich zusammen wie zwei Puzzleteile.“

Genau davon erzählt „We Are Connected“: Die Northwest Alliance verbindet Kompetenzen und Infrastrukturen, vor allem aber Menschen. Und schafft damit Möglichkeiten, die an einem Standort allein nicht entstehen würden.

Weitere Informationen

Die Videoreihe „We Are Connected“ auf der Website der Northwest Alliance ansehen.

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