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Und dann? Bin ich meiner inneren Stimme gefolgt

Das Studium ist beendet, der erste Job kann kommen – oder? Im neuen Jahrbuch der Uni Bremen erzählen insgesamt acht Absolventinnen und Absolventen, wie es ihnen nach ihrem Abschluss ergangen ist.

Kimberly David hat von 2012 bis 2018 Biologie und Französisch auf Lehramt an der Universität Bremen studiert. Nebenbei arbeitete sie im International Office als studentische Mitarbeiterin. Dort brachte sie auch das europäische Projekt YUFE – Young Universities for the Future of Europe mit auf den Weg. Nun steckt sie mitten im Referendariat an der Oberschule Lerchenstraße in Bremen-Nord.

Frau David, Sie sind gebürtige Hamburgerin. Wie sind Sie nach Bremen gekommen?

Über einen Umweg. Ich habe zunächst angefangen, Wirtschaftspsychologie in Bielefeld zu studieren. Das hat mir aber nicht wirklich gefallen. Ich hatte ständig den Gedanken im Kopf, wie ich wohl meine erste Französischstunde gestalten würde – obwohl ich in einem völlig anderen Studium steckte. Und irgendwann machte es Klick und ich sagte mir, um tatsächlich irgendwann mal eine Französischstunde geben zu können, sollte ich vielleicht auch auf Lehramt studieren. Und so habe ich umgesattelt und bin zum Lehramtsstudium nach Bremen gekommen.

Wie war der Französischunterricht an Ihrer Schule? Und warum wollen Sie Lehrerin werden?

Als Lehrerin hat man so einen großen Einfluss darauf, neues Wissen positiv rüberzubringen. Französisch ist zum Beispiel so eine tolle Sprache, leidet aber unter einem schlechten Ruf. Ich habe die Hoffnung, es den Schülerinnen und Schülern schmackhaft machen zu können. Diese Sprache war mein absolutes Lieblingsfach. Und ich habe mir immer gedacht, wie kann man es schaffen, andere so für eine Sprache zu begeistern, wie es meinem Lehrer gelungen ist.

Europa als Leidenschaft: Nach dem Abitur hat Kimberley David einen Europäischen Freiwilligendienst in Brüssel, dann ein Erasmus-Studium in Reims und später ein Erasmus-Praktikum als Fremdsprachenassistentin in Turin gemacht.
©GfG/Universität Bremen

Sie haben während Ihrer Zeit an der Universität Bremen nicht nur studiert, sondern auch lange und sehr aktiv im International Office der Universität Bremen gearbeitet. War das Zufall oder Mission?

Nach meinem Auslandssemester war ich als studentische Mitarbeiterin im International Office für Auslandspraktika zuständig. Insgesamt habe ich das bis zum Ende meines Masters gemacht, also vier Jahre. Und im Anschluss an mein Auslandspraktikum dann noch mal für ein halbes Jahr. Es war Zufall, dass dort eine Stelle frei war, inhaltlich war es tatsächlich eine Mission. Europa ist definitiv eine zweite Leidenschaft von mir. Nach dem Abitur habe ich einen Europäischen Freiwilligendienst in Brüssel, dann ein Erasmus-Studium in Reims und später ein Erasmus-Praktikum als Fremdsprachenassistentin in Turin gemacht. Ich bin so begeistert von dieser europäischen Idee. Das Arbeiten in dem Kontext und der Kontakt mit den ausländischen Studierenden gefällt mir beides total gut. Und über YUFE konnte ich noch ganz andere Dinge kennenlernen.

Die Universität Bremen ist Teil der YUFE-Allianz. Gemeinsam mit sieben Hochschulen baut sie eine der ersten Europäischen Universitäten auf. Was war Ihre Aufgabe dabei?

Von Anfang an sollten Studierende in die Entwicklung des Programms miteinbezogen werden. Ich bin als Bremische Studierendenvertreterin nach Brüssel gefahren. Wir haben als vollwertige Mitglieder mit an der Ausgestaltung von YUFE gearbeitet, waren in den verschiedenen Arbeitsgruppen mit dabei, haben die verschiedenen Konzepte mitentworfen, haben unsere Erfahrungen einbringen können. Und wir haben durchgesetzt, dass auch Studierende in den höheren Gremien gleichwertig stimmberechtigt vertreten sind.

“Ich bin davon überzeugt, dass wir alle zusammen mehr können als alleine.”

Inwieweit war YUFE für Sie eine Gelegenheit, sich für Europa zu engagieren? Und warum ist das aus Ihrer Sicht wichtig?

YUFE ist der europäische Gedanke. Am Programm beteiligt sind acht Unis aus acht verschiedenen Ländern. Hinzu kommen Partner aus noch viel mehr Ländern. Sich dafür zu engagieren heißt, sich nicht nur für die Uni Bremen zu engagieren, sondern auch für Bremen an sich. Es wird eine starke Vernetzung mit anderen europäischen Städten und Gemeinden geben. YUFE ist studierendenzentriert, offen und integrativ, das heißt, alle Menschen, egal mit welchen Bedürfnissen und Einschränkungen, sind eingeladen, dabei zu sein. Das finde ich toll. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle zusammen mehr können als alleine. Und es ist egal, ob meine Freundin in Italien wohnt oder ob ich eine Freundin in Schweden habe – wir können einfach so miteinander kommunizieren und können uns besuchen, Gemeinsamkeiten entdecken. Mir bedeutet das sehr viel. Und auch für die jüngere Generation ist es wichtig, sich klar zu werden, was für eine gute Idee das ist, den europäischen Gedanken zu leben.

Inwieweit profitieren Sie als Lehrerin von Ihren Auslandserfahrungen und Ihrer praktischen Tätigkeit in diesem Bereich?

Meine Schule ist UNESCO-Projektschule und ich bin die Koordinatorin des Programms. Da geht es auch um Internationalisierung und Austausch. Denn das Erasmus- Programm gibt es nicht nur an Universitäten, sondern auch an Schulen. Da habe ich natürlich eine ganze Menge Erfahrung. Ich kann mir gut vorstellen, eine Kooperation zwischen Schule und der Uni Bremen aufzubauen, damit auch meine Schülerinnen und Schüler an internationale Studierende und Projekte herangeführt werden. Je früher man das mitbekommt, desto stärker ist man von der europäischen Idee überzeugt.

Profitiert von ihrem Auslandssemester: Kimberley David arbeitet an einer UNESCO-Projektschule und koordiniert das Programm. Internationalisierung und Austausch sind da das A und O.
©GfG/Universität Bremen

Stand es auch zur Debatte, ob Sie Lehrerin werden oder im Bereich Internationalisierung an der Uni bleiben?

Definitiv. Das ist immer noch in meinem Kopf, und ich würde es auch als zweites Standbein bezeichnen. Zwar nicht im Sinne von einem Plan B, sondern eher als anderen Plan A. Denn es würde mir sicher genauso viel Spaß machen. Jetzt habe ich mich erst mal entschieden, das Referendariat zu machen und zu schauen, wie mir der Beruf gefällt.

Als Sie Ihr Referendariat im Sommer 2018 begonnen haben, waren Sie auch noch bei YUFE aktiv. Machen Sie immer noch beides?

Jetzt steht erst mal mein Referendariat im Vordergrund, dadurch habe ich leider nicht mehr genug Zeit für YUFE. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, später wieder mehr involviert zu sein – dann aber in meiner Rolle als Lehrerin, die den Kontakt zwischen Schule und Uni koordiniert.

Kimberly David studierte Französisch und Biologie im Master an der Uni Bremen bis 2018. Zuvor studierte sie im Bachelor Frankoromanistik/Französisch und Biologie mit Lehramtsoption bis 2015, ebenfalls an der Uni Bremen. Während des Bachelorstudiums machte sie ein Auslandssemester an der Université de Reims Champagne-Ardenne.

Interesse geweckt?

Das gesamte Jahrbuch mit allen acht Alumni-Geschichten samt weiteren Infos zu den Personen, Steckbriefen und Illustrationen gibt als PDF zum Download auf der Website der Uni Bremen

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