Warum bist du im… StugA?

Zwei Studierende erzählen, wie sie sich für ihre Kommiliton:innen engagieren

Lehre & Studium / Campusleben / Studienstart

Pauline Fischer und Deniz Brinkmeier engagieren sich im Studiengangsausschuss, kurz StugA, ihres Studiengangs. Der StugA vertritt die Interessen der Studierenden eines oder mehrerer Fächer innerhalb der Universität. Den ersten Kontakt zu ihrem StugA haben die meisten Studierenden in der Orientierungswoche – diese wird in der Regel vom Studiengangsausschuss (mit)organisiert. Neben der Veranstaltungsorganisation ist auch die Gestaltung der Lehre, die Organisation von Exkursionen und die Mitarbeit in verschiedenen Gremien Teil der Arbeit. Im Interview berichten Pauline und Deniz, wie sie zu ihrem StugA kamen, was sie dort erleben und wie du mitmachen kannst.

Pauline und Deniz, wie seid ihr zur Mitarbeit im StugA gekommen?

Deniz: 2023 bin ich nach Bremen gezogen, um Geographie und Jura zu studieren. Anfangs kannte ich natürlich erstmal einmal niemanden. In der O-Woche stellte sich dann der Geographie-StugA vor und suchte direkt Helfer:innen – da habe ich sofort mitgemacht. Daraus wurde dann eine fast dreijährige Mitarbeit.

Pauline: Schon während der Schulzeit war ich Klassensprecherin und habe gerne die Organisation von Projekten übernommen. Da hörten sich die Aufgaben im StugA ganz passend an. Außerdem war es eine prima Gelegenheit, sich mit anderen Studierenden zu vernetzen und von den Kommiliton:innen in höheren Semestern zu lernen. Ich studiere Berufliche Bildung/Pflegewissenschaft im Bachelor, als StugA sind wir aber für alle pflegewissenschaftlichen Studiengänge zuständig. So kommt man mit vielen Leuten in Kontakt.

Ein Portraitfoto von Pauline.
Immer ein offenes Ohr: Für Pauline ist es besonders wichtig, für die Studierenden und ihre Anliegen da zu sein.
© Annemarie Popp / Universität Bremen

Welche Aufgaben habt ihr übernommen und was habt ihr dabei gelernt?

Deniz: Vor ein paar Jahren habe ich unsere Weihnachtsfeier wieder ins Leben gerufen, die während Corona nicht mehr stattfand, und die Nutzung von Nextcloud in unserem StugA eingeführt. Zuletzt war ich für die Finanzen zuständig. Außerdem habe ich mich in vielen Gremientermine beteiligt, die auch immer vor- und nachbereitet werden müssen. Dabei habe ich sehr viel über die Verwaltung gelernt. Als angehender Stadt- und Regionalentwickler war das für mich sehr wertvoll. Außerdem lernt man natürlich sehr viel über Arbeitsorganisation, Veranstaltungsmanagement, Teamarbeit und Kommunikation. Die Arbeit im StugA lebt auf jeden Fall vom eigenen Engagement und der Fähigkeit, sich in neue Strukturen einzuarbeiten und diese zum Teil auch erst einmal zu erschließen. Das ist auch eine gute Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, denke ich.

Pauline: Im ersten Jahr war ich erst einmal inoffiziell dabei. Ich bin mitgelaufen, habe mitgehört und viel mitbekommen. Dann habe ich auch selbst Aufgaben übernommen und mich schließlich im Wintersemester 2025/26 offiziell für den StugA aufstellen und wählen lassen. Zu meinen Aufgaben gehört die Verwaltung unseres E-Mail-Postfachs, wo natürlich immer wieder ganz unterschiedliche Fragen von Studierenden ankommen. Außerdem organisiere ich die O-Woche mit und unseren Round Table. In diesem Format bringen wir Lehrende und Studierende zusammen, um uns über die Lehre und das Studium auszutauschen. Seit neuestem betreue ich außerdem mit einer Kollegin den Instagram-Account stuga_pflegewissenschaft. Man lernt viel darüber, wie Organisationen funktionieren und wie man sich selbst gut organisiert.

Ein Portraitfoto von Deniz.
Deniz konnte im StugA viele Erfahrungen in der Gremienarbeit und der Verwaltung sammeln.
© Annemarie Popp / Universität Bremen

Welchen Herausforderungen seid ihr in der Stugenarbeit begegnet?

Deniz: Durch die vielen personellen Wechsel und die Tatsache, dass ein Studiengangsausschuss selbstverwaltend ist und damit niemanden hat, der das Ganze von außen steuert oder leitet, muss man sich selbst informieren, was wie funktioniert. Es gibt zwar Aufzeichnungen, aber am wichtigsten ist eine Einarbeitung von Person zu Person. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Ich habe mir manchmal gewünscht, es gäbe mehr Rat. Aber andererseits hat ein StugA auch viel Freiheit in der Gestaltung der Aufgaben. Mit dem Recht der Beteiligung in Gremien und eines eigenen Budgets kommen aber auch Verpflichtungen auf einen zu, die man nicht unterschätzen darf.

Pauline: Bei uns gibt es die Herausforderung, dass alle, die bei uns studieren, vorher eine Berufsausbildung gemacht haben. Die meisten befinden sie also in einer anderen Lebensphase als diejenigen, die direkt nach dem Abitur ins Studium gehen. Wir versuchen, das Uni-Leben über den StugA etwas erlebbarer zu machen, zum Beispiel durch unsere Weihnachtsfeier oder den gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch. Außerdem finde ich, dass die Stugenarbeit nicht immer von anderen gesehen und anerkannt wird. Dabei bieten wir sehr viele Services und vertreten die Studierenden nach außen.

Welche Kompetenzen sollte jemand mitbringen, der sich im StugA engagieren möchte?

Deniz: Man sollte realistische Erwartungen daran haben, was ein StugA bewirken kann. Die Strukturen in der Verwaltung sind manchmal langsam und manchmal muss man selbst herausfinden, wie alles funktioniert. Man muss Verantwortung übernehmen können und sich aktiv einbringen. Auf jeden Fall sollte man auch reflektieren, warum man diese Arbeit machen möchte. Dann ist es sehr bereichernd und lehrreich. Bei mir hat sie das Interesse an Hochschulpolitik geweckt: Nach mehr als fünf Semestern StugA-Arbeit widme ich mich jetzt neuen hochschulpolitischen Projekten und werde hoffentlich im Wintersemester 2026/27 ein Videoformat über die Politik in der Uni und der Arbeit von Studierenden angehen.

Pauline: Man sollte auf jeden Fall neutral und offen gegenüber anderen sein, unabhängig von persönlichen Meinungen oder Sympathien. Als StugA sind wir für die Studierenden da, haben also ein offenes Ohr, sind freundlich und geduldig. Man muss aber nicht extrovertiert sein oder sehr viel Zeit haben; jede:r kann sich so einbringen, wie es passt. Es hilft aber auf jeden Fall, „Biss“ zu haben und Frust aushalten zu können, wenn manche Prozesse vielleicht nicht so schnell oder reibungslos laufen.

Meine Empfehlung: Einfach ausprobieren! Es ist kein fester Vertrag, keine Verpflichtung. Man kann auch einfach erstmal schauen, ob einem die Stugenarbeit gefällt.

Wie komme ich mit meinem StugA in Kontakt?

Du hast Interesse, in deinem StugA aktiv zu werden, oder möchtest einfach mehr über die Arbeit deines Studiengangsausschusses erfahren? Eine aktuelle Liste aller Stugen findest du auf der Website der Universität Bremen. Dort sind auch die jeweiligen Social-Media-Accounts verlinkt.

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