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Prüfungsangst: Prokrastinierst du noch oder lernst du schon?

Rund 1.000 Studierende suchen jedes Jahr die Psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks Bremen (PBS) auf. Ein häufiges Thema zum Semesterende: Prüfungsangst.

Die Klausurenphase ist für dich einfach nur Horror? Vor allem, weil du keine Ahnung hast, wie das mit den Prüfungen in Pandemiezeiten genau laufen soll? Keine Sorge, das geht fast jedem so. Kritisch wird es allerdings, wenn es dir vor Prüfungen so richtig schlecht geht, vielleicht sogar mit starken körperlichen Symptomen. Vermutlich leidest du dann an Prüfungsangst. Die Psychologische Beratungsstelle hilft.

Jetzt, so kurz vorm Semesterende kursieren wieder viele Panik-Posts in den sozialen Medien – eine gute Möglichkeit, den Druck einfach mal herauszulassen. Doch es gibt Studierende, bei denen das nicht reicht. Bei ihnen hat sich die Situation so zugespitzt, dass ihnen beim Gedanken an die kommende Klausur oder mündliche Prüfung einfach nur übel wird. Da ist es auch alles andere als hilfreich, dass auch in diesem Jahr pandemiebedingt wieder viele Fragen zum Ablauf erst kurzfristig geklärt werden können. Diese Ungewissheit bringt häufig zusätzlichen Stress.

„Manche Studierende berichten von Panikattacken oder Blackouts“, sagt Doris Moormann. Als stellvertretende Leitung der Psychologischen Beratungsstelle (PBS) des Studierendenwerks Bremen kennt sie die vielfältigen Formen von Prüfungsangst und weiß, wie ernst die Situation für die Betroffenen ist.

Normalerweise verweist Moormann an dieser Stelle auch auf die PBS-Workshops zur Prüfungsvorbereitung. Leider konnten diese pandemiebedingt in 2021 nicht stattfinden oder wurden ersatzweise online durchgeführt. Das bedeutet aber nicht, dass du allein dastehst. Die PBS bietet individuelle Beratungsgespräche auch zur Prüfungsvorbereitung und zur Bewältigung von Prüfungsangst an. Die Infos dazu findest du am Ende des Artikels.

Doch selbst wenn die Panik sich bei dir in Grenzen hält – wirklich angenehm ist die Prüfungsphase wohl für niemanden. Damit du möglichst entspannt dadurch kommst, hat die PBS einige Tipps für dich:

Tipp 1: Mache dir einen Zeitplan

Als ersten Schritt solltest du dir überlegen, wie viel Zeit du in etwa für die Vorbereitung benötigst. Sei ehrlich zu dir selbst und plane bekannte Schwachstellen lieber mit etwas zeitlichem Puffer ein.

Beim Lernen selbst solltest du etwa 50 Prozent der vorgesehenen Zeit nutzen, um den Lernstoff aufzubereiten. Etwa 20 Prozent gehen für das vertiefende Lernen drauf. Plane grob 10 Prozent fürs Wiederholen ein. Der Rest ist Pufferzeit für Unvorhersehbares.

Denke an genügend Pausen und gönn dir zwischendurch mal ein freies Wochenende. Den letzten Tag vor der Prüfung solltest du am besten gar nicht an die Uni denken. Das ist wichtige Regenerationszeit, bevor es dann ernst wird.

Tipp 2: Strukturiere den Lernstoff

Grundsätzlich gilt: Das Einprägen folgt dem Strukturieren. Gib dem Stoff eine sinnvolle Ordnung, so behältst du leichter den Überblick. Nutze dafür verschiedene Farben, Markierungen oder Skizzen.

Schalte beim Lernen all deine Sinne ein: Du kannst das gerade Gelesene zum Beispiel deiner Mitbewohnerin in deinen eigenen Worten erzählen. So prägt es sich in der Regel besser ein, als wenn du nur stumpf ins Buch starrst.

Es gibt übrigens unterschiedliche Lerntypen. Einige können sich Dinge am besten einprägen, wenn sie sie sehen. Andere nutzen eher das Hören oder den Geruch als primären Sinn. Am besten probierst du Verschiedenes aus, so erfährst du am leichtesten, welche Methode zu dir passt.

Tipp 3: Simuliere die Prüfungssituation

Ein wenig Praxis kann nie schaden. Wenn du beispielsweise vor mündlichen Prüfungen besonders viel Bauchgrummeln hast, solltest du die Situation vorher üben. Halte deinem Freund probeweise einen kurzen Vortrag über ein wohlbekanntes Thema. Das sollte dir nicht allzu schwerfallen. Beim nächsten Mal geht es thematisch auf unbekanntes Terrain. So kannst du dich Stück für Stück herantasten und irgendwann deutlich unbefangener kommunizieren – auch in der Prüfung.

Tipp 4: Bleib positiv

Du bist nur so gut, wie du dich fühlst. Versuche, die Prüfung nicht als Schicksalsschlag, sondern eher als Chance zu sehen. Wer eine Prüfung meistert, hat bewiesen, auch schwierige Aufgaben bewältigen zu können – das ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolg im Job. Dafür kannst du heute schon üben.

Viele Studierende überschätzen die Bedrohung durch die Prüfung. Sie stellen hohe Ansprüche an sich selbst oder verspüren Noten-Druck von den Eltern. Möglicherweise treiben dich sogar Zukunftsängste um – was passiert, wenn ich nach der Uni keinen Job finde?

Wenn du merkst, dass solche Gedanken immer wieder kommen und dich beim Lernen blockieren, solltest du über ein Beratungsgespräch bei der PBS nachdenken. Doris Moormann und das PBS-Team nehmen sich gern Zeit. „Meistens schält sich in den Gesprächen ziemlich bald ein Ansatzpunkt heraus, der neue Sichtweisen, nächste Schritte und manchmal auch überraschende Lösungen bereithält“, sagt die psychologische Beraterin.

Weitere Informationen

Auf ihrer Webseite hat die PBS jede Menge Tipps auch zur Prüfungsvorbereitung während der Pandemie zusammengesellt.

Die Psychologische Beratungsstelle befindet sich im Zentralbereich der Universität Bremen, unterhalb der Mensa. Termine können telefonisch am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 13 und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr vereinbart werden. Erreichbar ist die Beratungsstelle unter 22 01 - 1 13 10 oder per E-Mail pbs@stw-bremen.de. Während der Pandemie werden schwerpunktmäßig videogestützte, telefonische und Online-Beratungen angeboten. Die Services der PBS stehen Studierenden der Universität und der Hochschulen in Bremen und Bremerhaven kostenfrei zur Verfügung.

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