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Die Raummanagerin

Umzüge auf dem Campus sind das tägliche Geschäft von Heike Hemmersbach

„Die Hemmersbach kommt, und sofort haben alle Angst um ihre Räume.“ Das, so ist sich die fröhliche Frau sicher, sei ihr Image. „Ich möchte allen gerecht werden und finde Kompromisse“, sagt die Leiterin der Arbeitsgruppe Raummanagement. Deshalb illustrieren wir den Text über diese außergewöhnlich tatkräftige Chefin auch nicht mit ihrem ursprünglichen Vorschlag: Eine Salamischeibe zwischen zwei Brötchenhälften. Gequetscht, Druck von beiden Seiten.

Kommt Heike Hemmersbach durch die Tür, dann wirbelt Energie ins Zimmer. Sie sagt über ihre Arbeit gerne Sachen mit dem Wort „voll“. „Voll mein Ding“, „wir haben voll durchgearbeitet, auch samstags“, „ich hänge mich voll rein“, „ich bin eine Vollorganisatorin“. Manchmal, wenn was nicht klappt, sagt sie auch: „Ich bin fix und foxi.“ Aber am Ende klappt doch alles, ist nicht fix und foxi, und dann strahlt sie. Umzüge, kleine und große, sind das tägliche Geschäft der 56-Jährigen. Als die Bremerin in der Spedition Richard Boas & Co lernte, legte sie unbewusst den Grundstein für ihre heutige Tätigkeit. Die Spedition gibt es inzwischen nicht mehr. Heike Hemmersbach arbeitete nach der Ausbildung im Fernmeldeamt 1, bildete sich fort, wurde Beamtin, kam 2002 an die Universität, war Sachbearbeiterin bei den Kulturwissenschaftlern und ist seit 2011 die Leiterin des Raummanagements.

Kleine und große Umzüge

An dieser Stelle ein paar eindrucksvolle Zahlen: Das siebenköpfige Team (O-Ton Heike Hemmersbach: „Das beste Team der Welt“) betreut rund 100 Gebäude, darunter auch angemietete, 380.000 Quadratmeter Fläche und 12.000 Büros. „Ich habe eigentlich alles im Kopf“, sagt die Umzugsexpertin. „Ich weiß, wo welche Arbeitsgruppe sitzt und wer in welchem Büro arbeitet.“ Es gibt kleine und große Umzüge. Kleine, das sind fünf bis zehn Mitarbeiter. Das regeln Heike Hemmersbach und ihr Team mit studentischen Hilfskräften. Acht von ihnen sind bei ihr beschäftigt und realisieren etwa 240 dieser Raumwechsel pro Jahr. „2.000 Stunden“, sagt sie.

Einen kleinen Umzug lösen Neuberufungen und die Zusammenrückung von Arbeitsgruppen aus. Daneben gibt es die großen. „Bei Sanierungsmaßnahmen müssen ganze Ebenen umgesetzt werden“, nennt Heike Hemmersbach ihre jüngsten Erfahrungen aus dem NW1 (Naturwissenschaften 1) und dem GW1 (Geisteswissenschaften 1). Oder die Coronakrise: Da sind Teile der Verwaltung ins SFG (Seminar- und Forschungsgebäude) umgezogen, um in weitem Abstand sitzen zu können.

“Organisation ist voll mein Ding”

Im Oktober 2020 stand die sechste Ebene des MZH auf dem Plan. „Mehrere Arbeitsgruppen mussten woanders untergebracht werden“, sagt die Frau der Tat. „30 Büros zogen um, darunter ein Regieraum und ein Didaktiklabor mit Fenster.“ Da wird vorher genauestens gemessen, da werden generalstabsmäßige Pläne gemacht. „Organisation ist voll mein Ding“, sagt Heike Hemmersbach mal wieder.

Schwarzer Karate-Gürtel

Aus dem Vollen schöpfen kann sie natürlich nicht. „Wir sind auf Sparkurs“, sagt die Raummanagerin. „Die Büros werden nach universitärem Standard ausgestattet. Für den Notfall hat sie ein bisschen Mobiliar in der Hinterhand. „Wenn mal was kaputt ist.“ Zum Beispiel Tische: Der Physiker haut mit dem Hammer drauf, die Künstlerin bemalt die Platte aus Versehen. Dann tauscht sie aus. Aber groß ist ihr Möbellager im Zentralbereich nicht. „Manche haben die Vorstellung, da gehen wir mal shoppen, das funktioniert aber nicht.“ Heike Hemmersbach wirtschaftet sorgfältig und nachhaltig.

Weil sie sich in den Job „von morgens bis abends voll reinhängt“, kommt sie oft spät nach Hause. Das Wunder: Sie hat noch Zeit für ein Leben nach der Arbeit. Das sportliche Hobby der 56-Jährigen ist Karate. Im Sportverein Grambke-Oslebshausen arbeitet sie auf den schwarzen Gürtel zu. Dann kommen weitere schwarze Gürtel, die man auch als DAN bezeichnet „Beim Kampfsport kann ich voll abschalten“, sagt Heike Hemmersbach. Sie ist im Vorstand aktiv. Organisiert Kanufahrten, Bowling oder Ausflüge ins OLantis Erlebnisschwimmbad in Oldenburg.

Ihr ganzer Stolz ist die 21-jährige Tochter, die seit diesem Wintersemester an der Universität Bremen Mathematik und Musik auf Lehramt studiert. Instrumente: Violine, Gitarre und Klavier. Ach, wir hatten glatt vergessen, dass Frau Hemmersbach auch Klavier spielt. Und stolz ist sie auf ihren Mann: Multibegabter Techniker, Handwerker, Elektroinstallateur. Ob 3D-Drucker oder Möbelbau: „Er kann alles, ein Mann für alle Fälle“, lacht Heike Hemmersbach und fügt leise hinzu: „Mein Leben ist voll schön.“

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