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Gemeinsam gegen den Klimawandel

Eine weltweite Klimaallianz wurde gegründet. Die Uni Bremen ist als einzige deutsche Uni dabei.

Forschung

Der Klimawandel – da war doch was! Er ist immer noch da - auch wenn er im Moment in der Berichterstattung in den Hintergrund gedrängt wird. Corona hat eben alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade jetzt, mahnen Klimaforscherinnen und Klimaforscher, darf dieses drängende Problem nicht vergessen werden. Ihre Arbeit geht weiter. Und die hat viel mit Kommunikation zu tun. So wurde zum Beispiel vor kurzem ein weltweites Netzwerk gegründet. Beteiligt sind Universitäten, die sich in der Klimaforschung einen Namen gemacht haben.

„International Universities Climate Alliance“, kurz IUCA, heißt das Netzwerk, das im April gegründet wurde. Trotz der Corona-Pandemie haben sich die Mitglieder dazu entschieden, die Gründung der Klima-Allianz nicht zu verschieben. Die Notwendigkeit zu schnellem klimapolitischen Handeln bleibe schließlich bestehen.

Bisher sind es 41 Universitäten auf der ganzen Welt, die der Einladung der University of New South Wales (UNSW) in Sydney gefolgt sind, darunter „Schwergewichte“ wie auch das King’s College London und das California Institute of Technology in Pasadena. Und eben auch die Universität Bremen, die zu den führenden Einrichtungen in der Klimaforschung gehört. In den kommenden Monaten, das wünschen sich die Initiatoren in Australien, sollen noch weitere Universitäten dazukommen. Ein starkes Netzwerk soll entstehen.

Buschbrände und Überschwemmungen: Folgen des Klimawandels sind spürbar

Dass die Initiative von Sydney ausging, ist dabei natürlich kein Zufall. Denn die Folgen des Klimawandels sind in Australien besonders stark spürbar. Das haben die verheerenden Buschbrände im Winter deutlich gezeigt. Aber auch in anderen Teilen der Erde macht sich die fortschreitende Klimaerwärmung mit extremer Trockenheit und starken Überschwemmungen bemerkbar. Es ist höchste Zeit zu handeln, fordern Klimaschützerinnen und Klimaschützer rund um den Erdball.

Zu ihnen gehört auch Professor Michael Schulz, Direktor des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Deshalb hält er ein Netzwerk wie IUCA nicht nur für eine gute Idee, sondern sogar für entscheidend, um den Klimawandel langfristig in den Griff zu bekommen: „Wir können nur dann etwas gegen den von Menschen verursachten Klimawandel tun, wenn Politik, Gesellschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen“, so Michael Schulz. „Dies geschieht nur dann, wenn die Wissenschaft und ihre Ergebnisse gehört und verstanden werden. Es ist wichtig, dass wir unsere Forschungsergebnisse kommunizieren.“

Wissenschaft muss gehört werden

Und genau darum geht es bei dem Zusammenschluss der Universitäten: Stärker wahrgenommen und gehört zu werden. Das gelingt im Verbund effektiver. Die Forschungsergebnisse, die vorliegen, sollen besser und strategischer kommuniziert werden. „Tue Gutes und sprich darüber“ – dieses Motto haben sich PR-Agenturen zu eigen gemacht, aber es gilt auch für die Wissenschaftskommunikation. Denn obwohl wissenschaftlich fundierte Fakten zum Klimawandel vorliegen, ist es immer noch schwer, damit in der öffentlichen Wahrnehmung durchzudringen – auch wenn die Öffentlichkeit inzwischen sensibler auf das Thema Klimawandel reagiert.

Was die beteiligten Universitäten gemeinsam haben: Sie engagieren sich besonders stark in der Forschung zum Klimawandel und seinen Folgen sowie zu Strategien zur Verringerung der CO2-Emissionen.

Dürre und Gletscherschmelze: Der Klimawandel hat viele Gesichter.
®Melissa Bradley 96iwiAxOuJw Unsplash

Interdisziplinäre Forschung ist ein Vorteil

Das Klima-Netzwerk profitiert außerdem von einem starken interdisziplinären Ansatz in der Forschung der beteiligten Universitäten. Damit, so die Hoffnung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, kann Entscheidungsträgern in den entscheidenden Gesellschaftsfeldern wie etwa der Politik, der Wirtschaft und der Bildung kontinuierlich der aktuelle Forschungsstand zugänglich gemacht werden, damit rasches und fundiertes Handeln möglich wird.

„Die Universitäten spielen eine wichtige Rolle für den Fortschritt der Klimaforschung und die Entwicklung von gesellschaftlichen Lösungen“, betont Professor Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen. „Ich freue mich, dass wir mit der IUCA ein Netzwerk schaffen, das die Wahrnehmung der Klimaforschung weltweit weiter stärkt. Die Universität Bremen unterstützt die IUCA, weil wir mit unserer Expertise auf dem Gebiet der Klimaforschung dazu beitragen können, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel weltweite Verbreitung finden und die Wissenschaft noch stärker gehört wird. Wir brauchen solche globalen Allianzen, denn sie erhöhen die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse in der Klimaforschung.“

Auch Ian Jacobs, der Präsident und Vice Chancellor der UNSW Sydney, ist sicher: „Diese neue Allianz wird in der weltweiten Debatte um den Klimaschutz ganz vorne dabei sein.“

Mehr Informationen zur Allianz IUCA:

Homepage Universities for Climate

Homepage der Universität Bremen

Homepage MARUM

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