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Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

In dieser Serie stellen wir Menschen vom Campus und ihre Lektüre vor. Diesmal: Roy Karadag.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer des Instituts für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) liest Dr. Roy Karadag massenhaft Fachliteratur. So viel, dass für privates Lesen mit den Jahren immer weniger Zeit blieb. Doch ein Buch ist aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken – und das liest er regelmäßig, immer wieder und wieder: „Das Silmarillion“ von J. R. R. Tolkien, die mythologische Vorgeschichte vom „Hobbit“ und „Herr der Ringe“. Sein absolutes Lieblingsbuch.

„Ich lese gerade sehr sehr wenig in meiner Freizeit“, gesteht Roy Karadag gleich zu Anfang des Gesprächs, fast schon entschuldigend. „Ich kriege viele Romane geschenkt, komme jedoch nicht dagegen an.“ Das liegt zum einen daran, dass er gerade selber an einem Buch schreibt, über die Geschichte von Sozialpolitik in Afrika. Aber die Zeit neben Arbeit und Alltag ist immer knapp. „Mehr Zeit zum Lesen hätte ich, wenn ich sie mir nehmen würde“, weiß der Familienvater. „Im Urlaub kann ich dann auch mal innerhalb von ein paar Tagen einen Roman durchlesen“, wie zuletzt beispielsweise „Unterleuten“ von Juli Zeh. Doch selbst zum Entspannen greift er auch abends, kurz vor dem Einschlafen, oft zu halb-wissenschaftlicher Lektüre.

Wie eine Sucht

Ein Buch, das Roy Karadag aber seit seiner Jugend immer wieder liest, ist Tolkiens „Silmarillion“ – sein unangefochtenes Lieblingsbuch. „Mit 11 oder 12 Jahren hat es angefangen, da habe ich mein erstes ‚Herr der Ringe‘-Buch gelesen.“ Zunächst auf Deutsch, später nur noch im englischen Original. „Tolkien hat mich nicht sprachlich verzaubert, sondern mit der Story in den Bann gezogen“, erinnert sich der Politik- und Islamwissenschaftler an seine erste Leseerfahrung. Und er hat alles in sich aufgesogen. Nach „Herr der Ringe“ und dem „Hobbit“ verschlang er auch „Das Silmarillion“. Das hochkomplexe Epos erzählt in seiner Sammlung von Götter- und Heldensagen sowie der Erschaffung der Welt. Posthum erschienen und von Tolkien nicht gänzlich fertiggestellt, bildet es mit der Entstehung von Mittelerde zeitlich gesehen die Grundlage seiner bekannteren Romane.

Dem Alltag entfliehen

Fast jährlich liest Roy Karadag „Das Silmarillion“ auch heute noch, und so scheint diese Wiederholung in gewisser Weise sein persönliches Ritual geworden zu sein. „Um drinzubleiben im Mittelerde-Kosmos“, erklärt er. Und um immer wieder einzutauchen und aufzugehen in Tolkiens Sagenwelt, die ihn als Jugendlichen so fasziniert hat. „Einmal ein Held sein! Davon träumen doch alle in dem Alter.“ Und bei Tolkien fand er als junger Rollenspiel-Fan mehr als genug Inspiration, sich seinem banalen Schüler-Alltag in Kiel zu entträumen.

Tolkiens mythologische Welt

Was ihn daran bis heute fasziniert ist die Vielschichtigkeit von Gut und Böse. Figuren aus der griechischen Mythologie, wie Prometheus zum Beispiel, kommen in abgewandelter Form vor. Wenn Grenzen des Bösen überschritten werden, sind diese Figuren ständig herausgefordert, für das Gute zu kämpfen. Die Kämpfe gegen Monster, Drachen und magische Wesen begeistern ihn noch heute. Und auch nach mehrmaligem Lesen bleibt das Buch für ihn spannend. Er entdeckt Neues, betrachtet es aus einem anderen Blickwinkel und erkennt immer mehr Anlehnungen an alttestamentarische Heldengeschichten. „Tolkien fand ich als Jugendlicher aber spannender als die Bibel“, lacht er.

Und wie steht es mit „Game of Thrones“ oder ähnlich erfolgreichen Fantasy-Serien? Kann er sich dafür auch begeistern? „Das ist nett, aber nicht dasselbe“, entgegnet Roy Karadag sofort. Er interessiert sich nur für das Original, Tolkien bleibt der „Basis-Stoff“ aller Fantasy-Literatur für ihn.

Empfehlung für alle Fantasy-Fans

Allen Fans von „Herr der Ringe“ empfiehlt Roy Karadag also als Einstieg in Mittelerde unbedingt vielleicht weniger bekannte „Silmarillion“.

Wie oft er sein Lieblingsbuch schon gelesen hat? Das kann Roy Karadag nicht genau sagen. Doch er ist sicher, er wird Tolkiens „Silmarillion“ auch in Zukunft lesen, immer und immer wieder.


Wer hat eine Buchempfehlung, die er anderen Leseinteressierten nicht vorenthalten will? Es kann Belletristik sein, aber auch Sachbücher sind interessant. Wir freuen uns über eine Nachricht an die up2date.-Redaktion: up2date@uni-bremen.de.

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